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Auch die Feuerwehren der Rhönallianz arbeiten zusammen

06.03.2019

Die Einsatzbekleidung der Feuerwehren wird sämtlichen, meist schädlichen Einflüssen an der Einsatzstelle ausgesetzt. Bei arbeitsintensiven Einsätzen wie Löscharbeiten im Brandeinsatz, oder Hilfeleistung bei Unfällen bleibt es nicht aus, dass die getragene Schutzausrüstung verschmutzt wird. Krebserregende Giftstoffe aus dem Brandrauch und mögliche Flüssigkeitsreste wie Blut, Säuren, etc. können sich auf der Einsatzkleidung absetzen. Durch die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) werden die Einsatzkräfte vor diesen schädlichen Einflüssen geschützt. Um diesen Schutz nachhaltig zu gewährleisten und eine Gefahrstoffverschleppung durch die genannten Ablagerungen vermeiden ist es jedoch unerlässlich, die PSA entsprechend zu reinigen und zu pflegen.

 

Seitens der Unfallversicherungen werden die Träger der öffentlichen Feuerwehren vermehrt darauf hingewiesen, dass sie auch die Verantwortung zur fachgerechten Reinigung und Pflege der Einsatzbekleidung zu tragen haben. Daher beschäftigt dieses Thema seit einiger Zeit die Feuerwehren der Gemeinden der Brückenauer Rhönallianz.
 

Reinigungen der Einsatzkleidung in Haushaltswaschmaschinen oder Standardwäschereien entsprechen nicht den aktuellen Vorgaben und erfüllen auch nicht die notwendigen Anforderungen. Da im näheren Umfeld keine fachlich für dieses Spezialthema geeignete Wäscherei ansässig ist, dauert der Wäschevorgang mit Anlieferung und Abholung zwischen fünf und acht Tagen. Dadurch muss für die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft entsprechender und kostspieliger Ersatz an Einsatzkleidung vorgehalten werden. Ebenso gibt es meist keinen verbindlichen Nachweis, ob die Kleidung gemäß den bestehenden Vorgaben und der Hersteller entsprechend gereinigt wird und somit gefahrlos weiterverwendet werden kann.

 

Auch aus diesem Grund haben sich die Freiwilligen Feuerwehren bzw. die Gemeinden in einigen Besprechungen dafür entschlossen, eine gemeinsame professionelle Wäschetechnik zur Reinigung und Pflege zu beschaffen.

 

Das Thema wurde in einer Lenkungsgruppe der Brückenauer Rhönallianz erstmals auf kommunalpolitischer Ebene diskutiert. Hierbei wurde auch der Vorschlag unterbreitet bei der Regierung von Unterfranken einen Antrag auf „Förderung interkommunaler Zusammenarbeit“ zu stellen. Der Antrag wurde zwischenzeitlich eingereicht und ein vorzeitiger Maßnahmenbeschluss zum Kauf der ca. 40.000 € teuren Spezialwasch-, trocken- und Imprägniertechnik erfolgte durch die Regierung. Die Förderung erfolgt unter der Voraussetzung, dass für das Programm „Interkommunale Zusammenarbeit“ auch für das Jahr 2019 ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wenn dies der Fall ist, werden ca. 85% der Anschaffungskosten erstattet. Bürgermeister und Gemeinderäte waren sich aber auch einig, dass dieses wichtige Thema auch im Falle ausbleibender Fördermittel gemeinsam umgesetzt werden soll.

 

Daher wurde die professionelle Wäschetechnik jetzt zentral im Feuerwehrgerätehaus Bad Brückenau im Bereich der bereits vorhandenen und auch interkommunal genutzten Schlauchwaschanlage installiert. Die Betreuung der Wäschetechnik erfolgt durch die Gerätewarte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau. So wird die ordnungsgemäße Reinigung und Desinfizierung gewährleistet. Der Wäschevorgang dauert inkl. Abgabe, Vorbereitung, Reinigung, Desinfektion und Imprägnierung nur noch ca. vier bis fünf Stunden. Weitere Vorteile sind Einsparung von Personal- und Sachkosten, da die Transferzeiten zu den entfernten Reinigungen entfallen. Durch die deutliche Verkürzung der Ablaufzeiten wird auch die Vorhaltung von Ersatzeinsatzbekleidung verringert. Ebenso ist gewährleistet, dass die Wäsche nach Herstellerangaben und mit sparsamer aber wirksamer Imprägnierung erfolgt.

 

Die Verrechnung der Waschvorgänge je Gemeinde erfolgt pro behandeltem Wäschestück. In diesem Preis sind die reinen Anschaffungskosten, aber auch die benötigten Betriebsstoffe, der Personaleinsatz, regelmäßige Wartungskosten sowie Rücklagen für zu erwartende Reparaturen mit eingerechnet. Eine Förderung durch die Regierung würde zusätzlich zu einer erheblichen Entlastung der Kommunen für die laufenden Kosten führen.

 

Dieses gemeinsame Projekt der Brückenauer Rhönallianz zeigt einmal mehr, dass der Gedanke der Zusammenarbeit der acht Kommunen auch aktiv gelebt wird. In diesem Fall auf initiative der ansässigen Feuerwehren, die jetzt auch einen klaren Nutzen davon haben.

 

Auf Einladung von Kommandat Michael Krug, wurde am Di. 19.02.2019 um 18:00 Uhr bei der Feuerwehr Bad Brückenau das gemeinsame Projekt offiziell in Betrieb genommen. Gemeinsam drückten die anwesenden Verantwortlichen der Wehren den Startknopf der neuen Waschtechnik.

 

Foto: Inbetriebnahme der Waschtechnik. Foto: Saale Zeitung/Stephanie Elm